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Weiblich, im besten Alter und sexuell aktiv: Sind Sie gegen HPV geimpft? 

Frauen
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HPV steht für «Humane Papillomaviren». Diese finden sich auf der Haut und den Schleimhäuten, vorwiegend im Genitalbereich. HP-Viren sind leicht übertragbar und unterschiedlich gesundheitsgefährdend: Während manche Viren für zwar lästige, aber gesundheitlich unbedenkliche Genitalwarzen verantwortlich sind, bergen andere ein Krebsrisiko. Wie eine HPV-Impfung schützt, lesen Sie hier. 

HP-Virus ist nicht gleich HP-Virus

Bislang sind mehr als 200 Typen der HP-Virenfamilie bekannt. Mehr als 30 davon sind sexuell übertragbar. Diese bergen unterschiedliche Gesundheitsgefahren – für beide biologischen Geschlechter: Noch lange nach der Infektion mit HPV können die einen Viren sehr unangenehme Genitalwarzen, auch Feigwarzen genannt, verursachen, während die anderen Viren Zellen verändern. Der Grossteil dieser Zellveränderungen heilt von selbst folgenlos ab. Doch mitunter entwickeln sie sich auch zu Krebsvorstufen und schlimmstenfalls zu Krebsgeschwüren. Laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten zwölf genitale HPV als Hochrisikotypen für Krebs, allen voran Gebärmutterhalskrebs. 

HPV verursachen mehr als 99 Prozent der Gebärmutterhalskrebsfälle

Jedes Jahr bekommen in der Schweiz 

  • mehr als 25’000 Frauen HPV-verursachte Genitalwarzen, 
  • mehr als 5000 Frauen die Diagnose Gebärmutterhalskrebsvorstufe, 
  • 250 Frauen die Diagnose Gebärmutterhalskrebs, 80 sterben daran, 
  • 3000 Frauen die Diagnose «oberflächlicher Krebs», der zu Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten führen kann. 

Der Grossteil sexuell aktiver Menschen steckt sich einmal im Leben mit HPV an

Genitale HP-Viren lassen sich sehr leicht übertragen. Es reicht schon Schleimhautkontakt ohne Geschlechtsverkehr. Das heisst: Wer Sex hat, kann sich mit HPV anstecken. Oft bleibt die Infektion lange unbemerkt und wird so für Sexpartner:innen zur Gefahr. Der Grossteil sexuell Aktiver steckt sich im Laufe des Lebens einmal mit HPV an. Auch Wiederansteckungen sind möglich. Meist verschwindet das Virus mit der Zeit von selbst. Doch in etwa zehn Prozent der Fälle kommt es zu Genitalwarzen oder, schlimmer noch, zu Krebs an Gebärmutterhals, After, Penis und infolge von Oralsex auch in Mund und Rachen. 

Warum eine HPV-Impfung auch ab Ende 20 sinnvoll ist

Fakt ist: 

  1. Das Immunsystem kann nicht vor einer HPV-Reinfektion schützen. 
  2. «Safer Sex» mit Kondom oder Femidom schützt nicht sicher vor einer HPV-Ansteckung. 
  3. Eine HPV-Infektion ist noch nicht behandelbar. Regelmässige gynäkologische Untersuchungen sind die Voraussetzung, um Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. 

Aber: Für höhere und über Jahre anhaltende Sicherheit sorgt eine HPV-Impfung. Sie schützt nachweislich vor den wichtigsten HP-Viren – auch bei einer Reinfektion. Zur Kostenübernahme der HPV-Impfung ab 27 Jahren ist eine individuelle Kostengutsprache der Krankenkasse nötig – beantragt seitens der Behandler:innen. Bei einer Zusatzversicherung kann die Kasse die Kosten allenfalls tragen. 

Für eine HPV-Impfung ab Ende 20 spricht, dass fast jede zweite mit einer Impfung vermeidbare HPV-Infektion nach dem 26. Lebensjahr auftritt und auch Frauen in monogamen Beziehungen trifft. Nach heutigem Kenntnisstand führen insbesondere lange im Körper verbleibende HPV-Infektionen zu bestimmten Krebsarten, wobei der Verbleib der HPV mit dem Alter steigt.

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